Die dritte Runde Heute ist Samstag, und Martin ist vierzig Jahre alt. Heute hat er seinen ersten Kampf im Boxen. Er arbeitet sonst als Buchhalter. Jetzt steht er in einer kleinen Halle. Vor ihm steht Karim im Ring. Ralf hält Martins Handschuhe. „Bist du bereit?“ „Ja. Ich bin bereit.“ „Dein Kopf bleibt oben. Deine Hände bleiben vorne.“ „Ja, Ralf.“ „Und wenn du müde bist?“ „Dann gehe ich weiter.“ Ralf sieht ihn an. „Nein. Dann atmest du zuerst.“ Martin nickt. Seine Hände sind schwer. Sein Rücken ist nass. Neben dem Ring sitzen einige Leute. Martin kennt sie nicht. Karim kennt sie alle. Karim ist jünger. Karim steht ruhig da. „Du bist der Mann aus dem Büro“, sagt Karim. „Ja.“ „Warum bist du hier?“ „Weil ich boxen will.“ Karim lacht kurz. „Du willst boxen. Das ist nicht genug.“ Ralf sagt: „Martin, hör nicht auf Karim.“ „Ich höre ihn“, sagt Martin. „Dann hör auch mich“, sagt Ralf. „Geh langsam. Nicht zu viel.“ Der erste Gong kommt. Martin geht nach vorne. Karim schlägt zuerst. Martin hebt die Hände. Der Schlag trifft seine Hand. Der nächste Schlag trifft sein Gesicht. „Atme!“, ruft Ralf. Martin schlägt. Karim geht zurück. Martin schlägt noch einmal. Karim trifft seinen Bauch. Martin verliert kurz die Luft. „Martin, zurück!“, ruft Ralf. Martin geht zurück. Karim kommt weiter. Martin sieht Karims Hände. Er sieht den Boden. Er hört die Leute. Dann kommt der Gong. „Setz dich“, sagt Ralf. Martin setzt sich. Ralf gibt ihm Wasser. „Wie ist dein Kopf?“ „Gut.“ „Wie ist dein Bauch?“ „Nicht gut.“ „Dann sag nicht gut.“ Martin trinkt. „Mein Bauch tut weh.“ „Ja. Das sehe ich.“ Karim steht im Ring und wartet. „Du kannst noch aufhören“, sagt er. Martin sieht ihn an. „Nein.“ „Warum nicht?“ Martin sieht seine Hände. „Ich habe heute frei genommen.“ Karim lacht nicht. Der zweite Gong kommt. Martin geht wieder nach vorne. Er schlägt nicht sofort. Er wartet. Karim schlägt. Martin geht zur Seite. Dann trifft Martin Karims Schulter. Karim wird laut. „Gut!“, ruft Ralf. „Noch einmal!“ Martin schlägt noch einmal. Karim trifft ihn am Mund. Blut kommt. Martin schmeckt Blut. Er geht weiter. „Du blutest“, sagt Karim. „Ich weiß.“ „Dann bleib stehen.“ „Nein.“ Martin schlägt. Karim schlägt. Beide stehen nah. Martin hört Ralf nicht mehr. Seine Beine sind schwer. Seine linke Hand ist langsam. Er will die Hand heben, aber sie bleibt unten. Karim trifft ihn. Martin fällt auf ein Knie. „Eins, zwei, drei“, zählt der Mann am Ring. Martin hört die Zahlen. Bei sieben steht er. Ralf kommt näher. „Martin, sieh mich an.“ Martin sieht Ralf an. „Kannst du weiter?“ Martin atmet. „Ja.“ „Bist du sicher?“ „Nein.“ Ralf wartet. Dann sagt er: „Dann sag es.“ Martin sieht Karim. „Ich kann weiter.“ Der dritte Gong kommt. Martin hebt beide Hände. Er geht zu Karim. Karim schlägt schnell. Martin nimmt den Schlag. Dann trifft Martin Karim am Körper. Karim geht zurück. Martin geht weiter. Ein Schlag trifft Martin am Auge. Martin sieht nur noch wenig. Er hört den Gong nicht. Ralf ruft seinen Namen. Martin bleibt stehen. Der Mann am Ring hebt Karims Hand. Karim hat gewonnen. Ralf kommt in den Ring. „Martin, setz dich.“ Martin setzt sich. Er hält das Geld für die Halle in der Hand. Es ist weg. Der Kampf ist vorbei. Seine Rechnung zu Hause bleibt offen. Karim kommt zu ihm. „Du bist nicht weggelaufen.“ Martin drückt ein Tuch an sein Auge. „Du auch nicht.“ Karim sieht auf Martins Hand. „Kommst du nächste Woche wieder?“ Martin steht langsam auf. „Am Montag muss ich arbeiten.“ „Und danach?“ Martin nimmt seine Tasche. „Danach komme ich.“