Das Brot im Laden Heute beginnt Anna ihre Arbeit in der kleinen Bäckerei. Der Laden liegt an einer ruhigen Straße. Heute soll Anna zum ersten Mal allein im Laden bleiben. Am Abend bekommt sie ihr erstes Geld. Ben steht vor dem Ofen. Neben ihm steht eine Schüssel mit Teig. Die Uhr an der Wand ist kaputt. Sie zeigt immer sechs Uhr. „Bist du bereit?“, fragt Ben. „Ja“, sagt Anna. „Ich bin bereit.“ „Gut. Der Teig ist fertig. Du musst ihn nur in den Ofen geben.“ „Und dann ist das Brot fertig?“ „Nein. Du musst warten.“ Ben nimmt die Schüssel. Er stellt den Teig auf den Tisch. „Der Teig muss zuerst größer werden“, sagt Ben. Anna sieht den Teig an. Er bleibt klein. „Ist etwas falsch?“, fragt sie. „Nein. Das ist normal.“ Ben nimmt ein Stück Brot vom Tisch. Er legt es vor Anna. „Dieses Brot ist gestern gemacht worden“, sagt er. „Es ist gut.“ Anna nimmt das Brot. Sie isst ein Stück. „Es ist wirklich gut“, sagt sie. Der Teig bewegt sich. Er wird größer. Anna sieht Ben an. „Hast du das gesehen?“ „Ja“, sagt Ben. „Der Teig wird groß, wenn jemand im Laden glücklich ist.“ Anna legt das Brot zurück. „Das ist der Grund?“ „Ja.“ „Das weiß jeder?“ „Nein. Nur wir wissen es.“ „Warum weiß es niemand?“ „Weil niemand fragt.“ Anna sieht wieder den Teig an. Er wird noch größer. „Bist du glücklich?“, fragt sie. „Heute ja. Du bist hier. Der Laden hat wieder Arbeit.“ „Ich bin auch glücklich. Aber ich brauche das Geld.“ „Das ist auch gut.“ Der Teig wird noch größer. Er kommt über den Rand der Schüssel. Anna nimmt die Schüssel. „Was mache ich jetzt?“ „Du machst das Brot. Du legst es auf das Blech.“ Anna nimmt den Teig. Er klebt an ihrer Hand. „Das ist schwer.“ „Ja. Das ist immer so.“ „Warum machst du es nicht?“ „Heute bist du die Arbeit.“ Anna legt den Teig auf das Blech. Der Teig bleibt nicht liegen. Er geht langsam zur Seite. „Ben.“ „Ich sehe es.“ „Der Teig geht weg.“ „Sag ihm, dass er bleiben soll.“ Anna sieht den Teig an. „Bleib hier“, sagt sie. „Ich brauche dich.“ Der Teig bleibt liegen. Ben lacht. Anna lacht auch. „Jetzt kommt das Brot in den Ofen“, sagt Ben. „Und wenn ich nicht mehr glücklich bin?“ „Dann bleibt das Brot klein.“ Anna öffnet den Ofen. Die Tür ist schwer. Ein kleines Stück Holz liegt darunter. „Die Tür ist auch kaputt“, sagt sie. „Ja. Ich wollte sie heute machen.“ „Dann machen wir sie heute zusammen.“ Ben holt einen Hammer. Anna hält die Tür. Ben nimmt das Holz weg. Die Tür bleibt wieder richtig zu. „Das war schnell“, sagt Anna. „Du hast geholfen.“ „Dann bin ich glücklich.“ „Ich auch.“ Sie stellen das Blech in den Ofen. Der Teig wird sofort groß. Anna sieht auf die Uhr. Sie zeigt immer noch sechs Uhr. „Wie spät ist es wirklich?“ „Fast elf.“ „Dann hat der Laden bald auf.“ „Ja. Wir brauchen Brot.“ „Und wir brauchen Geld“, sagt Anna. Ben nickt. „Ja.“ Die Tür zum Laden geht auf. Eine Frau steht dort. Sie hält eine Tasche. „Ist das Brot fertig?“, fragt die Frau. „Noch nicht“, sagt Anna. „Aber es kommt gleich.“ „Kann ich warten?“ „Ja“, sagt Ben. „Bitte warten Sie hier.“ Die Frau setzt sich. Anna sieht in den Ofen. „Ben, das Brot wird sehr groß.“ „Dann schneiden wir es größer.“ „Und wenn es weiter wächst?“ „Dann essen wir es zusammen.“ Anna nimmt das Blech aus dem Ofen. Das Brot ist warm und groß. Sie stellt es auf den Tisch. Die Frau kommt näher. „Was kostet das Brot?“, fragt sie. Anna sieht Ben an. „Zwei Geld“, sagt Ben. Die Frau gibt ihm das Geld. Ben gibt Anna das Geld. „Dein erstes Geld“, sagt er. Anna hält das Geld in der Hand. Dann schneidet sie das Brot. „Ein Stück für Sie“, sagt Anna. „Ein Stück für Ben. Ein Stück für mich.“ Die Frau nimmt ihr Stück. „Das Brot ist sehr gut“, sagt sie. Der Teig in der Schüssel wird wieder größer. Anna sieht ihn an. „Ben, wir brauchen eine größere Schüssel.“ „Ja“, sagt Ben. „Das machen wir morgen.“