Der erste Abend im Kino Mira steht heute im Kino Licht. Es ist ihr erster Abend bei der Arbeit. Um sechs kommt der neue große Film. Vor der Tür warten schon viele Leute. Herr Falk zeigt auf die Kasse. „Du nimmst das Geld und gibst die Karten.“ „Und wenn ich einen Fehler mache?“ „Dann machen wir ihn wieder gut.“ „Ist das alles?“ „Nein, du musst auch ruhig bleiben.“ Neben der Kasse sitzt Ben. Er ist achtzehn und verkauft Essen. Mira kennt ihn aus der Schule. Dort hat sie nie mit ihm gesprochen. Ben gibt ihr eine kleine Tüte. „Willst du etwas essen?“ „Ich darf bei der Arbeit essen?“ „Herr Falk sieht jeden Film. Er sieht nicht alles.“ Herr Falk steht direkt hinter ihm. „Der Satz kommt aus einem alten Film.“ Ben wird rot. „Natürlich kennen Sie ihn.“ „Ich kenne jeden Satz.“ Die Tür geht auf. Die ersten Leute kommen rein. Mira nimmt Geld und gibt Karten. Ihre Hände sind zuerst langsam. Eine Frau legt zehn Euro hin. „Eine Karte, bitte.“ „Der Film fängt um sieben an.“ „Das weiß ich.“ Mira gibt ihr die Karte. „Dann wünsche ich Ihnen viel Spaß.“ Herr Falk sagt leise: „Sehr gut.“ Ein Mann kommt zur Kasse. „Zwei Karten für den Film.“ „Der Film ist fast voll.“ „Dann geben Sie mir zwei gute Plätze.“ Mira sieht auf den Plan. „Diese Plätze sind noch frei.“ „Die sind ganz hinten.“ „Dort können Sie alles gut sehen.“ Herr Falk sagt: „Dieser Satz kommt auch aus einem Film.“ Der Mann sieht ihn an. „Aus welchem Film?“ Herr Falk nennt sofort den Film. Der Mann lacht und nimmt die Karten. Ben kommt mit zwei Tüten zur Kasse. „Du bist schon besser als ich.“ „Du verkaufst nur Essen.“ „Ich habe heute drei Tüten fallen lassen.“ „Dann bin ich wirklich besser.“ Jetzt kommt Lea aus ihrer Schule. Zwei Freunde stehen bei ihr. Lea sieht Mira und bleibt stehen. „Du arbeitest hier?“ „Ja, seit heute.“ „Warum hast du nichts gesagt?“ „Du hast mich nie gefragt.“ Lea schaut zu Ben. „Arbeitet ihr zusammen?“ Ben sagt schnell: „Ja, wir arbeiten sehr gut zusammen.“ Mira fragt: „Wie viele Karten willst du?“ „Drei Karten. Gute Plätze, bitte.“ Mira sieht wieder auf den Plan. „Der Film ist fast voll.“ „Dann gib mir drei gute Plätze.“ „Diese Plätze sind noch frei.“ Lea sieht die Plätze. „Die sind ganz hinten.“ Mira wartet einen Moment. „Dort kannst du alles gut sehen.“ Herr Falk hebt eine Hand. „Und wieder der gleiche Film.“ Lea lacht nicht. „Machst du dich über mich lustig?“ „Nein. Ich mache meine Arbeit.“ Lea legt das Geld hin. Es fehlt ein Euro. „Da fehlt ein Euro“, sagt Mira. „Kannst du mich nicht einmal reinlassen?“ Mira sieht zu Herrn Falk. Er sagt nichts. Ben hält auch still. „Nein“, sagt Mira. „Da fehlt ein Euro.“ Lea sucht in ihrer Tasche. Ihre Freunde warten schon an der Tür. Endlich findet sie eine kleine Münze. „Bitte“, sagt Lea und gibt sie Mira. Mira gibt ihr die drei Karten. „Viel Spaß.“ Lea geht ohne ein Wort weiter. Ben stellt eine neue Tüte neben Mira. „Die ist für später.“ „Ist sie wieder auf den Boden gefallen?“ „Nur einmal.“ Herr Falk sieht zur Uhr. „Der Film fängt an.“ Mira schließt die Kasse und zählt das Geld. Herr Falk prüft die Zahl und nickt. „Kein Fehler“, sagt er. „Ist das alles?“ fragt Mira. „Nein, du musst morgen wiederkommen.“ Mira nimmt die Tüte von Ben. „Dann komme ich morgen wieder.“